Police Quest: In Pursuit of the Death Angel gehört zu den ersten Spielen, die bei mir zu Hause auf dem PC liefen. Mein Vater erhielt beim Kauf unseres Computers (80386; 40 MHz) einen Stapel handbeschrifteter Disketten, einfach so, und irgendwo in diesem Stapel befand sich eine unscheinbare, blaue Disk, auf der „PQ“ stand. Bis heute bin ich davon überzeugt, dass „PQ“ eigentlich von mir gehasst werden wollte. Aber ich liebte es. Viele, viele Tage. Und Nächte. Wochenlang. Letzte Woche, also ein Vierteljahrhundert später, habe ich es gekauft. Das Internet ist ein wunderbarer Laden.

Ein sperrigeres Einstiegsspiel hätte ich in besagtem Dikettenstapel gar nicht finden können, und dennoch übte es eine seltsame Faszination auf mich aus. Spiele hatten ja damals keine Handbücher (obwohl sie die natürlich hatten, aber woher sollte ich das bitte wissen?) und mein frühes Schulenglisch war nur bedingt für den Polizeialltag des jungen Sonny Bonds in Lytton, California zu gebrauchen. Ich saß tagelang mit einem Wörterbuch vor der Röhre und ging durch ein Stahlbad: Ich scheiterte an meiner Anzugsordnung (Game Over), an der Einsatzbesprechung (Game Over), am Fahrzeugkontrollgang (Game Over) und ich verlor meinen Schlüssel (Game Over). Ich verlor sogar mein Funkgerät (Game Over). Und meine Dienstwaffe (Game Over).
Nachdem ich all diese Prüfungen hinter mir gelassen hatte, durfte ich endlich raus auf die Straßen und scheiterte fortan im dreistelligen Bereich an der unbarmherzigen Steuerung des verdammten Streifenwagens. Dann stoppte ich Helen Hots. WAS! FÜR! EINE! FRAU!! Sie verwirrte mich sofort mit pinkfarbenem Lippenstift und dem tiefsten Ausschnitt, den ich bis dahin auf meinem Monitor gesehen hatte. Ich konnte und durfte und wollte ihr den eigentlich fälligen Strafzettel einfach nicht ausstellen, beflirtete sie dafür wüst und bekam tatsächlich ihre Telefonnummer! Später sollte sich herausstellen, dass mir die unverfrorene Kuh die Nummer der Gattin des Polizeichefs untergeschoben hatte (Game Over), aber das ist eine andere Geschichte.

Was ich eigentlich sagen möchte: Drüben bei den Jungs und Mädels vom Humble Bundle kann man noch für kurze Zeit das


kaufen! Ab lächerlichen $1 bekommt man dort die Police Quest Collection, dazu noch die Space Quest Collection und vieles, vieles mehr – alles wie gehabt in Form einzelner Steam-Keys, wahlweise als Geschenk. Ich habe jedenfalls nicht lange nachgedacht und Sierra (auch wenn die Firma seit 2008 de facto nicht mehr existiert) bzw. „PQ“ den verdienten Respekt in Form ein paar längst überfälliger Euros erwiesen.

Durchspielen werde ich es höchst wahrscheinlich nie wieder, aber jetzt ist es offiziell meins. Ein gutes Gefühl, danke Sierra. Danke Diskettenstapel. Und danke Sonny Bonds.