Polygon 2011Für Unwissende: Beim Polygon handelt es sich um eine Auszeichung, erfunden drüben auf polyneux, die auch in diesem Jahr „Die Lieblingsspiele der deutschsprachigen Spieleblogs“ kürt. Weil hier im letzten Jahr noch Baustelle war (was sich im Grunde nach wie vor nicht so richtig geändert hat), kann das unfassbar relevante kopftreffer.de für die Wertung 2011 endlich mitmachen. Und alle so: „Yeaahh“…

Fangen wir doch gleich mit der Überraschung des Jahres an. Und die ist für mich definitiv Unepic! Darauf aufmerksam wurde ich erst im November durch den Beitrag eines geschätzten, notorischen Nörglers, bereits 45 Minuten später boxte mich das Spiel aus den sprichwörtlichen Socken. Long story short: 2D. Rollenspiel. Dungeon Crawler. Rennen, springen, erschlagen. Beute sammeln. Itemwahn, Suchtspirale. Es ist riesengroß und es hat herrlich flache bis launige Insiderwitzchen an jeder Ecke. Unepic kostet einen Betrag zwischen EUR 6,50 und EUR 19,50 – je nachdem, mit wieviel Kohle man den Entwickler unterstützen möchte. Die umfangreiche Demo sagt mehr als 1.000 Worte und jeder – wirklich jeder – sollte wenigstens einmal Probe spielen.

Großen Spaß hatte ich auch mit Driver: San Francisco. Seit SF fühlt sich Driver wieder wie die wunderbare Serie an, die sie einst war. Wurde auch Zeit! Die von vielen belächelte Shift-Funktion ist genau das, was das Spiel letztendlich so arschcool macht und wer schon immer mal in einem Audi R8 über den hupenden Feierabend-Stau auf der Golden Gate Bridge segeln wollte, ist hier verdammt richtig!

FIFA 12. 90 Prozent meiner 4 Leser werden den Artikel jetzt schließen und nie wieder hierher zurückkehren. Aber mal ehrlich: Die Serie verkauft sich Saison für Saison millionenfach und räumt traditionell Preise von Spielern und Fachpresse ab. Nicht ohne Grund: FIFA 12 ist ganz großes Tennis Fußballkino! Irgendein Blog muss einfach mal die Eier haben, ein solches Spiel in die Bestenliste aufzunehmen. Fußball- und Mainstreamverächter nutzen bitte das Kontaktformular (siehe Impressum) für flammende Hassbriefe.

Kategorien soll es ja in diesem Jahr keine geben, trotzdem nenne ich meine beiden „Handheld“ Lieblingsspiele nachfolgend ausdrücklich gesondert. Ich weiß nicht mal so richtig, woran es liegt, aber in den vergangenen Monaten lösten sogar vermeintliche Highlights auf PSP, DS und/oder iPhone nur noch sehr selten das bis dahin gewohnte, wohlig-warme Gefühl grandioser Unterhaltung bei mir aus. Es könnte an der unterlegenen Technik meines DS (Lite) liegen. Eigentlich aber auch nicht, denn ich halte ja selbst das uralte „Gargoyle’s Quest“ nach wie vor für wahnsinnig gut. Vielleicht ist die oft sehr behinderte Steuerung meines iOS Geräts Schuld. Oder vielleicht kommt erst mit der PS Vita die gute, alte Mobilfreude wieder zurück?

Das werden wir dann beim Polygon 2012 sehen, jetzt noch schnell zu den Spielen, denn ganz so trostlos, wie sich das gerade liest, war es dann nämlich doch nicht: Solatorobo: Red the Hunter hat mich im Sommerurlaub stundenlang wunderbar unterhalten. Action-Adventure mit Tieren, Mechs, Tieren in Mechs und typischen Rollenspiel-Elementen. Story passt, Technik passt und wäre „Aliens: Infestation“ nicht ein paar Wochen später erschienen, hätte Solatorobo der perfekte, verdiente Schwanengesang auf die DS-Ära sein können.
Erinnerungen an die Kindheit wurden durch Speedball 2 Evolution geweckt, weil treten, boxen und Tore schießen schon 1990 in Perfektion möglich war und weil nichts schief gehen kann, wenn man ein gutes Spiel 2011 quasi 1:1 übernimmt. Auf dem iPhone: Grafik natürlich besser als damals, Steuerung natürlich schlechter als damals, insgesamt aber genau so brutal gut wie damals. Sureshot!

Außerdem erwähnenswert, aus Gründen jedoch nicht meine Spiele des Jahres: Skyrim (bisher nur angespielt, aber seine Zeit wird kommen), Need for Speed: The Run (siehe Skyrim, der Anfang ist schonmal mehr als vielversprechend), ilomilo (wunderbares Puzzle, wirklich, trotzdem blieb es unbeendet liegen… so ist das eben manchmal), Jetpack Joyride (Pausenfüller, sehr motivierend).