Gerade bin ich vor mir selbst erschrocken. Ein bisschen. Immerhin soll das hier fast 20 Jahre her sein – 20 JAHRE VERDAMMTNOCHMAL!!! – während es mir so vorkommt, als hätte ich es erst gestern gespielt. Gestern. Zu Hause. Also damals noch bei meinen Eltern, am Pentium 90, im Arbeitszimmer. Jedenfalls hörte ich vor kurzem die aktuelle Folge des wunderbaren, hier schon des öfteren erwähnten Stay Forever Podcasts, Thema Musik (2). Was dort genannt und angespielt wird, ist schon (fast) alles okay, aber wo zur FMV-Hölle ist Novastorm? Vergessen? Gar nicht gespielt? Die Schande!

Es ist mir bis heute absolut unverständlich, warum Psygnosis’ übercooles Shoot’em-Up schon damals nicht die Liebe bekam, die es verdient gehabt hätte. Rail-Shooter waren super, sind super und werden für immer super bleiben. Es war eines der ersten Spiele auf CD-ROM, es hatte großartige, vorgerenderte Hintergründe, unterschiedliche Feindformationen, Upgrades, Highscore-Listen, Smartbombs und riesige Bossgegner. Und diese Musik! Mein Lieblingstrack wurde bereits zu Anfang des Spiels aus den Boxen gelassen, was mich dazu verleitete, immer und immer wieder von vorn zu beginnen. Ich wurde eins mit meinem Schiff, verschmolz mit der Melodie und laserte aggressives Roboterpack taktsynchron vom Bildschirm. Welt retten. Blind. Level 1 – Stage 1.



Verantwortlich für Musik und Effekte war einmal mehr Rik Ede, der unter anderem auch in den Credits zu Lander, IndyCar Series, Innocent Until Caught, Grand Theft Auto: Vice City, Wipeout Fusion oder Wipeout HD geführt wird. Das Kickstarter-Projekt, welches er kürzlich erfolgreich finanzieren konnte, verpasste ich leider. Wer sich für den kompletten Novastorm-Soundtrack in guter Qualität interessiert, sieht einfach mal hier vorbei. Aber das wisst ihr nicht von mir.

PS. Nächtliche Ausgrabungsarbeiten förderten sogar ein frühes Promo-Video zu Novastorm zu Tage, mit Spielszenen und interessanten Infos der Entwickler. Alles herrlich retro, mit sehr vielen (berechtigten!) Superlativen und Röhren- bzw. Röntgenmonstern zum Niederknien. Rik „the most interesting hair in gaming“ Ede ist auch kurz zu sehen. Weil er es verdient hat.




PPS. Ja ja, den Logo-Font da oben habe ich selbst verbrochen. Alte Paint-Skills rosten nicht. Genug gelacht, ich fand nichts besseres. Verwertbares.